Fantic® M



Fungizid gegen Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln
Wirkstoffe: 650 g/kg Mancozeb,
40 g/kg Benalaxyl-M
Gefahrensymbole: Xi, N

Fungizid zur vorbeugenden Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) an Kartoffeln. Fantic M enthält eine Kombination aus den zwei sich ideal ergänzenden Wirkstoffen Benalaxyl-M (systemische Wirkung) und Mancozeb (Kontaktwirkung) und besitzt daher sowohl eine protektive als auch eine kurative Wirkung.
Benalaxyl-M dringt sehr schnell in die Blätter ein, verteilt sich in der Pflanze mit dem Saftstrom von unten nach oben (akropetal) und schützt somit auch den Blattzuwachs. Mancozeb bildet einen fungiziden Belag auf der Blattoberfläche, verhindert die Sporenkeimung und schützt so vor dem Eindringen von Pilzsporen.




Nr. 005872-00

Von der Zulassungsbehörde festgesetzte Anwendungsgebiete und Anwendungsbestimmungen

Schadorganismus/Zweck Kulturart/Objekt
Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) Kartoffel

Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle (NW468).
Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - muss mit einem Gerät erfolgen, das in das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" vom 14. Oktober 1993 (Bundesanzeiger Nr. 205, S. 9780) in der jeweils geltenden Fassung eingetragen ist. Dabei sind, in Abhängigkeit von den unten aufgeführten Abdriftminderungsklassen der verwendeten Geräte, die im Folgenden genannten Abstände zu Oberflächengewässern einzuhalten. Für die mit "*" gekennzeichneten Abdriftminderungsklassen ist, neben dem gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebenen Mindestabstand zu Oberflächengewässern, § 6 Absatz 2 Satz 2 PflSchG zu beachten (NW605).
reduzierte Abstände: 50% 10 m, 75% 5 m, 90% 5 m
Ein Verzicht auf den Einsatz verlustmindernder Technik ist nur möglich, wenn bei der Anwendung des Mittels mindestens unten genannter Abstand zu Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - eingehalten wird. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geahndet werden (NW606).
20 m.



Anwendung

Ackerbau
Kartoffel
Gegen Phytophthora infestans (Kraut- und Knollenfäule) _______________________ 2,5 kg/ha
spritzen in 400-600 l/ha Wasser, bei hohem Krautzuwachs auf eine hinreichend hohe Wassermenge achten. Anwendungszeitpunkt: Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis, Kulturstadium BBCH 21 - 61. Maximal 3 Anwendungen in der Kultur bzw. pro Jahr im Abstand von 10 - 14 Tagen.

Fantic M ist grundsätzlich vorbeugend einzusetzen. Beste Erfahrungen liegen für die frühe Anwendung vor. Die erste Spritzung wird daher unabhängig vom Entwicklungsstand des Kartoffelkrautes bei beginnender Infektionsgefahr durch Krautfäule, bzw. nach Warndienstaufruf platziert. Folgespritzung mit Fantic M dann im Abstand von max. 14 Tagen - besser 12 Tagen - durchführen. Bei großem Wachstum der Kartoffelpflanzen und/oder hohem Krautfäuledruck ist der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Behandlung auf bis zu 7 Tagen zu verkürzen. Warndienst und Spritzaufrufe sorgfältig beachten. Die maximale Anzahl der Anwendungen ist aus wirkstoffspezifischen Gründen eingeschränkt. Ausreichende Bekämpfung ist damit nicht in allen Fällen zu erwarten. Gegebenenfalls deshalb anschließend oder im Wechsel Mittel mit anderen Wirkstoffen verwenden (WW750).
Aus Gründen des Resistenzmanagements das Mittel (einschließlich anderer Mittel mit gleichem Wirkstoff, mit einem Wirkstoff aus der gleichen Wirkstoffgruppe oder mit kreuzresistentem Wirkstoff) insgesamt nicht häufiger anwenden als in der Gebrauchsanleitung angegeben. Im Zweifel einen Beratungsdienst hinzuziehen (WW762).

Wirkungsspektrum
Wichtiger Hinweis:
Wiederholte Anwendung kann zur Wirkungsminderung führen. Die maximale Zahl der Anwendungen ist aus wirkungsspezifischen Gründen eingeschränkt. Gegebenenfalls an schließend oder im Wechsel Produkte mit anderen Wirkstoffen verwenden. Bei Anwendung von fungiziden Wirkstoffen aus der chemischen Klasse der Phenylamide, zu denen auch Benalaxyl-M gehört, ist das Auftreten resistenter Stämme des zu bekämpfenden Schadpilzes nicht auszuschließen. Eine mehrmalige Anwendung kann unter besonders ungünstigen Umständen zu einer Minderwirkung führen.

Empfehlung zum Resistenzmanagement:
Der Einsatz von Fantic M muss protektiv erfolgen. Nur mit der vollen zugelassenen Aufwandmenge einsetzen. Sollte trotz empfehlungsgerechter Anwendung von Fantic M ein vorzeitiger Wirkungsabfall festgestellt werden, ist sofort mit entsprechenden Fungiziden einer anderen Wirkstoffgruppe weiterzubehandeln. Im Falle eines Wirkungsrückganges, der im Einzelfall nicht vorhersehbar ist, kann keine Haftung übernommen werden. Sorgfältige Spritzung ist entscheidend für den Erfolg. Bei Spritzungen auf nicht abgetrockneten Beständen oder bei Niederschlägen nach einer Spritzung muss mit Wirkungsverlusten gerechnet werden. Maximal 2 Behandlungen mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Phenylamide pro Jahr und Kultur durchführen. Besonders wichtig: bei der Gesamtzahl der Behandlungen unbedingt auch eventuelle Vorbehandlungen von Jungpflanzen/Pflanzgut berücksichtigen. Ggf. Rücksprache mit dem Vorlieferanten halten.

Pflanzenverträglichkeit
Nach unseren bisherigen Erfahrungen ist Fantic M in der empfohlenen Aufwandmenge in allen Kartoffelsorten gut verträglich.

Anwendungstechnik

Ansetzen der Spritzbrühe
Tank zu 3/4 mit Wasser füllen, Rührwerk einschalten, Fantic M in das Spritzfass geben, restliche Wassermenge auffüllen.

Hinweis zur Volumendosierung:
1 kg Fantic® M entsprechen etwa 2,5 l Volumen

Empfohlene Wasseraufwandmenge
Kartoffel __________________________________________________________ 400 - 600 l/ha


Ausbringungstechnik
Spritzgeräte regelmäßig auf Prüfstand testen. Nur gründlich gereinigte Geräte verwenden, die keine Reste von Pflanzenschutzmitteln enthalten. Vor der Behandlung Gerät auslitern und Düsenausstoß kontrollieren. Spritzflüssigkeit unmittelbar nach dem Ansetzen ohne Unterbrechung ausbringen. Während der Fahrt und des Spritzens Spritzbrühe durch Rührwerk oder Rücklauf in Bewegung halten. Nach Arbeitspausen Spritzbrühe erneut aufrühren.

Mischbarkeit
Fantic M ist mischbar mit gängigen Fungiziden. Mischbrühen grundsätzlich sofort nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen. Für eventuell negative Auswirkungen von uns nicht empfohlener Tankmischungen und insbesondere Mehrfachmischungen haften wir nicht, da nicht alle in Betracht kommenden Mischungen geprüft werden können.

Wartezeit
Kartoffel _______________________________________________________________ 14 Tage

Umweltverhalten

Bienen
Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nichtbienengefährlich eingestuft (B4) (NB6641).

Nützlinge
Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Poecilus cupreus (Laufkäfer) eingestuft (NN165). Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Chrysoperla carnea (Florfliege) eingestuft (NN170). Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Aphidius rhopalosiphi (Brackwespe) eingestuft (NN1842).

Fische
Das Mittel ist giftig für Fische und Fischnährtiere (NW264).

Algen
Das Mittel ist giftig für Algen (NW262).

Gewässer/Grundwasser
Beachten Sie bitte die Anwendungsbestimmungen zum Gewässerschutz (siehe gesonderten Abschnitt am Anfang).

Lagerung
Getrennt von Lebens- und Futtermitteln, unzugänglich für Kinder und nur in der verschlossenen Originalpackung aufbewahren.


Hinweise für sicheren Umgang

Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten (SP001).

Anwenderschutz
Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen (SB001). Die Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist zu beachten (SB110). Das Wiederbetreten der behandelten Flächen/Kulturen ist am Tage der Applikation nur mit der persönlichen Schutzausrüstung möglich, die für das Ausbringen des Mittels vorgegeben ist. Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Flächen/Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden. Innerhalb 48 Stunden sind dabei der Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen (SF1891). Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel (SS110). Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen bei Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels (SS120). Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel (SS2101). Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels (SS2202).

Kennzeichnung GefStoffV
R 43 : Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich. R 50/53: Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben. S 2 : Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. S 13 : Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten. S 23 : Gas/Rauch/Dampf/Aerosol nicht einatmen (geeignete Bezeichnung[en] vom Hersteller anzugeben). S 24 : Berührung mit der Haut vermeiden. S 35: Abfälle und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt werden. S 36/37 : Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung und Schutzhandschuhe tragen. S 46 : Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder Etikett vorzeigen. S 51: Nur in gut belüfteten Bereichen verwenden. S 57 : Zur Vermeidung einer Kontamination der Umwelt geeigneten Behälter verwenden. Enthält Mancozeb. Kann allergische Reaktionen hervorrufen. Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten. - SP001 Verpackung darf nicht wieder verwendet werden. Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage für berufsmäßige Verwender erhältlich.

Abpackungen

10 kg Sack
(Orig.Kart. 50x10 kg)
  Art.Nr. 3354