Kanemite® SC
Akarizides Suspensionskonzentrat Wirkstoff: 150 g/l Acequinocyl Gefahrensymbol: N Zur Spinnmilbenbekämpfung an Zierpflanzen im Gewächshaus sowie an Kernobst im Freiland. Der enthaltene Wirkstoff Acequinocyl zeichnet sich durch einen neuen Wirkungsmechanismus aus, der auch Spinnmilben erfasst, die gegen herkömmliche Wirkstoffe oder Wirkstoffgruppen resistent sind. Schont viele Nützlinge wie Raubmilben und Florfliegen und ist nicht bienengefährlich. |
![]() Nr. 005855-00 |
Von der Zulassungsbehörde festgesetzte Anwendungsgebiete und Anwendungsbestimmungen
| Schadorganismus/Zweck | Kulturart/Objekt |
|---|---|
| Spinnmilben | Zierpflanzen |
| Spinnmilben | Kernobst |
Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle (NW468).
Die Anwendungsbestimmung, mit der ein Abstand zum Schutz von Oberflächengewässern festgesetzt wurde, gilt nicht in den durch die zuständige Behörde besonders ausgewiesenen Gebieten, soweit die zuständige Behörde dort die Anwendung genehmigt hat (NW604).
Für die Anwendung in Kernobst (Freiland) gilt zusätzlich:
Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - muss mit einem Gerät erfolgen, das in das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" vom 14. Oktober 1993 (Bundesanzeiger Nr. 205, S. 9780) in der jeweils geltenden Fassung eingetragen ist. Dabei sind, in Abhängigkeit von den unten aufgeführten Abdriftminderungsklassen der verwendeten Geräte, die im Folgenden genannten Abstände zu Oberflächengewässern einzuhalten. Für die mit "*" gekennzeichneten Abdriftminderungsklassen ist, neben dem gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebenen Mindestabstand zu Oberflächengewässern, § 6 Absatz 2 Satz 2 PflSchG zu beachten (NW605).
reduzierte Abstände: 50 % 10 m, 75 % *, 90 % *
Ein Verzicht auf den Einsatz verlustmindernder Technik ist nur möglich, wenn bei der Anwendung des Mittels mindestens unten genannter Abstand zu Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - eingehalten wird. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geahndet werden (NW606).
15 m
Anwendung
Obstbau
Kernobst (Freiland)
Gegen Spinnmilben ____________________________________________________0,625 l/ha
und je m Kronenhöhe in 500 l Wasser/ha und je m Kronenhöhe
spritzen oder sprühen, Anwendungszeitpunkt: bei Befall, unter Beachtung der Schadensschwelle, von Rotknospenstadium (Blütenstiele strecken sich, Kelchblätter sind leicht geöffnet; Blütenblätter gerade erkennbar) bis etwa 70 % der sortentypischen Fruchtgröße erreicht (BBCH 57 - 77). Max. 1 Anwendung in der Kultur bzw. je Jahr.
Zierpflanzenbau
Zierpflanzen (Gewächshaus)
Gegen Spinnmilben
Pflanzengröße bis 50 cm ____________________________________________12,5 ml/100 m²
in 10 l Wasser/100 m²
Pflanzengröße 50 cm bis 125 cm _____________________________________18,7 ml/100 m²
in 15 l Wasser/100 m²
Pflanzengröße über 125 cm ___________________________________________25 ml/100 m²
in 20 l Wasser/100 m²
spritzen oder sprühen, Anwendungszeitpunkt: nach Befallsbeginn bzw. ab Warndienstaufruf. Max. 3 Anwendungen im Abstand von 14 Tagen in der Kultur bzw. je Jahr.
Hinweis zur Dosierung: Die allgemeine Konzentration in Zierpflanzen und Kernobst beträgt 0,125 %, d.h. für 100 l Spritzbrühe werden 125 ml Kanemite SC benötigt.
Pflanzenverträglichkeit
Kanemite SC wird von Kernobstsorten und Zierpflanzen im Allgemeinen sehr gut vertragen. Da bei der großen Zahl von Arten bzw. einzelnen Sorten unterschiedliche Verträglichkeiten auftreten können, empfiehlt es sich, im Zweifelsfall vor der Spritzung des gesamten Bestandes die Empfindlichkeit an einzelnen Pflanzen zu prüfen. Beobachtungszeitraum: 5 - 8 Tage.
Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, daß Kanemite SC von folgenden Zierpflanzen gut vertragen wird:
Botanische Bezeichnung ____________________________________Deutsche Bezeichnung
Ageratum __________________________________________________________Lederbalsam
Begonia ________________________________________________________________Begonie
Chrysanthemum ___________________________________________________Chrysantheme
Consolida ____________________________________________________________Rittersporn
Cyclamen* ________________________________________________________Alpenveilchen*
Cymbidium ____________________________________________________________Orchidee
Euphorbia pulcherrima _____________________________________________Weihnachtsstern
Gerbera _______________________________________________________________Gerbera
Hedera ___________________________________________________________________Efeu
Hydrangea ____________________________________________________________Hortensie
Impatiens ______________________________________________________Fleißiges Lieschen
Petunia _________________________________________________________________Petunie
Phlox ____________________________________________________________Flammenblume
Poinsettia ________________________________________________________Weihnachtsstern
Rosa* ___________________________________________________________________Rose*
Statice ____________________________________________________________Strandflieder
Verbena _____________________________________________________________Eisenkraut
Viola ____________________________________________________________Stiefmütterchen
* Blattdeformationen an sehr jungem Blattgewebe möglich.
Anwendungstechnik
Ansetzen der Spritzbrühe
Tank mit zu 2/3 Wasser befüllen, Rührwerk einschalten, Kanemite SC abmessen und zugeben. Leere Produktbehälter mit Wasser gründlich spülen und Spülwasser der Spritzbrühe zugeben. Anschließend bis zur benötigten Wassermenge auffüllen. Produktbehälter vor der Entnahme gut schütteln. Nie mehr Spritzbrühe ansetzen als notwendig!
Empfohlene Wasseraufwandmenge
Zierpflanzen _____________________________________________________ 10 - 20 l/100 m²
Kernobst ____________________________________________ 500 l/ha und je m Kronenhöhe
Ausbringungstechnik
Wassermenge und Spritztechnik bzw. Spritzausrüstung sollten in jedem Fall eine gründliche Benetzung aller Pflanzenteile erlauben! Sie wird bei den üblichen Geräten am einfachsten mit hohen Wassermengen/ha erzielt. Bei geringeren Wassermengen sollte jedoch zweifache Mittelkonzentration nicht überschritten werden. Der ideale Einsatzzeitpunkt ist erreicht, wenn etwa 70% der Spinnmilben geschlüpft sind. Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn Kanemite SC möglichst exakt, d. h. bei fortschreitendem Auftreten beweglicher Larvenstadien eingesetzt wird.
Mischbarkeit
Kanemite SC ist i. d. R. mit anderen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Da nicht alle örtlichen Bedingungen berücksichtigt werden können, empfehlen wir in jedem Fall einen Vorversuch in einem separaten Gefäß. Spritzbrühe nach dem Ansetzen umgehend ausbringen.
Reinigung
Spritzgerät und -leitungen nach Gebrauch gründlich mit Wasser reinigen. Dazu ca. 20 % des Tankinhaltes mit Wasser auffüllen und dabei Innenflächen des Tanks mit dem Wasserstrahl abspritzen. Rührwerk für ca. 2 Minuten einschalten. Anschließend Reinigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der zuvor behandelten Fläche verspritzen. Die regelmäßige Reinigung der Pflanzenschutzspritze von außen, insbesondere des Brühebehälters, Pumpenaggregates und Gestänges, sollte Bestandteil des normalen betrieblichen Ablaufes sein und möglichst direkt auf dem Feld erfolgen. Hierzu werden von den Geräteherstellern entsprechende Nachrüstsätze mit Wasservorratsbehältern und Reinigungsbürsten angeboten.
Wartezeit
Kernobst _______________________________________________________________ 14 Tage
Zierpflanzen: Die Wartezeit ist ohne Bedeutung (N)
Umweltverhalten
Bienen
Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nichtbienengefährlich eingestuft (B4) (NB6641).
Nützlinge
Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Arten Pardosa amentata und palustris (Wolfspinnen) eingestuft (NN130).
Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Amblyseius andersoni (Raubmilbe) eingestuft (NN1323).
Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Typhlodromus pyri (Raubmilbe) eingestuft (NN134).
Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Aleochara bilineata (Kurzflügelkäfer) eingestuft (NN160).
Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Poecilus cupreus (Laufkäfer) eingestuft (NN165).
Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Chrysoperla carnea (Florfliege) eingestuft (NN170).
Fische
Das Mittel ist giftig für Fischnährtiere (NW263).
Gewässer/Grundwasser
Beachten Sie bitte die Anwendungsbestimmungen zum Gewässerschutz (siehe gesonderten Abschnitt am Anfang).
Lagerung
Getrennt von Lebens- und Futtermitteln, unzugänglich für Kinder und nur in der verschlossenen Originalpackung aufbewahren.
Hinweise für sicheren Umgang
Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten (SP001).
Anwenderschutz
Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen (SB001).
Für Kinder unzugänglich aufbewahren (SB010).
Das Wiederbetreten der behandelten Flächen/Kulturen ist am Tage der Applikation nur mit der persönlichen Schutzausrüstung möglich, die für das Ausbringen des Mittels vorgegeben ist. Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Flächen/Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden. Innerhalb 48 Stunden sind dabei der Standardschutzanzug (Pflanzenschutz) und Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen (SF189).
Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel (SS110).
Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen bei Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels (SS120).
Standardschutzanzug (Pflanzenschutz) und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels (SS220).
Kennzeichnung GefStoffV
R 50/53: Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
S 23 : Gas/Rauch/Dampf/Aerosol nicht einatmen (geeignete Bezeichnung[en] vom Hersteller anzugeben).
S 35: Abfälle und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt werden.
S 51: Nur in gut belüfteten Bereichen verwenden.
S 57 : Zur Vermeidung einer Kontamination der Umwelt geeigneten Behälter verwenden.
Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten. - SP001
Enthält Acequinocyl. Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
Verpackung darf nicht wieder verwendet werden.
Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage für berufsmäßige Verwender erhältlich.
Abpackungen
| 1 l Flasche (Orig.Kart. 10 x 1 l) |
Art.Nr. 4246 | |
| 5 l Kanister (Orig.Kart. 4 x 5 l) |
Art.Nr. 4247 |


